Ehrungen vorgenommen und musikalische Schmankerl dargeboten.
Reichenbach - Ein niveauvolles Feuerwerk der guten Laune brannten die drei kulturellen Vereine aus Reichenbach bei ihren nunmehr 11. Kulturabend ab. Nach einen professionellen Trailer vom Band bei dem die wichtigsten Veranstaltungshinweise vorab gegeben wurden, legte die Original Reichenbacher Blasmusik e.V. mit der von Klaus Schnappauf eigens komponierten „Eröffnungsfanfare 2010“ los.
Kulturattaché Reinhard Hertel begrüßte, sichtlich gute Gelaunt, alle Gäste in der vollbesetzten Turnhalle in Reichenbach. Sein besonderer Gruß galt Bürgermeisterin Karin Ritter sowie den Stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Teuschnitz Herrn Werner Neubauer, sowie den Geschäftsstellenleiter Herrn Weber.
Es folgte traditionell der „Glück auf- Marsch“ gesungen von der Sängerrunde „ Eintracht“ Reichenbach und untermalt von den Blasmusikern. Gedanken zur „Zeit“ machte sich Conférencier Baptist Tremel als er das Gesangstück „Nimm dir Zeit zum leben“ wortgewandt ankündigte. Weiterhin trug der Männergesangverein Reichenbach unter der Leitung von Chorleiter Norbert Daum das Werk „Musik ist wie die Sonne“ vor. Verstärkt wurde die Sängerrunde „Eintracht“ von befreundeten Sängern des Gesangvereins Windheim was zu einem sattfarbenen, harmonischen Klangkörper führte.
Unter den Titel „Andrew Lloyd Webber Portrait“ trugen die spielfreudigen Blasmusikanten die beliebtesten Stücke aus Jesus Christ Superstar, Cats, Starlight Express und das Phantom der Oper gekonnt vor. Besonders beim Titel „Memory“ bestachen die Flügelhornisten Dieter Zwosta und Max Bergner durch ihr ausdrucksstarkes spiel welches durch das gekonnte Umarrangieren von Klaus Schnappauf noch besser zur Geltung kam. Die berühmte Melodie Beyond the Sea (La Mer) brachte Sänger Axel Licht sehr gefühlvoll auf die Bühne, was an den Film „Nemo“ erinnern lies wo Sänger Robbie Williams diesen Titel intonierte.
Weiter im Programm ging es wieder mit dem Chor aus Reichenbach welcher das „Bierlied“ und „Liebe das Leben“ frisch vortrug. Eine Stecknadel fallen, hätte man hören können, als „Die Legende von den zwölf Räubern“ von der Sängerrunde „Eintracht“ Reichenbach mit Solisten Baptist Tremel vorgetragen wurde.
Alexander Klug, der Vorsitzende der Original Reichenbacher Blasmusik grüßte im Anschluss besonders die Ehrenmitglieder der Original Reichenbacher Blasmusik Manfred Förtsch, Siegfried Hollermayer sowie das einzige noch aktive Gründungsmitglied Günter Hoderlein (Posaune) und kündigte sogleich einen weiteren Musikkünstler als Überraschungsgast an.
Paul Förtsch aus Teuschnitz ist einer der wenigen in Deutschland, der stolzer Besitzer einer „Fischers- Mandolinette“ ist und diese auch hervorragend beherrscht. Als Mandolinette bezeichnet man ein Seiteninstrument, welches über zwei Oktaven diatonisch gestimmt, mittels Tasten und vier Akkorde zu je sieben Seiten mit Plektrum zu spielen ist. Konnten die gespannten Gäste zuerst einen Rheinländer hören, so erklärte Paul Förtsch weiter, das er vor Jahren bei der Fernsehsendung von Peter Frankenfeld „Vergiss mein nicht“ genau wie heute das Seemannslied „Aloha he“ vorgetragen hat. Der „Konsumpaul“ brachte mit seinen intensiven Ausführungen Vorstand Klug fast ins Schwitzen, dennoch forderten die Zuhörer als Zugabe das „Frankenwaldlied“. Gerne kam Paul Förtsch dieser Aufforderung nach und erntete dafür großen Beifall.
Solistisch ging es bei den Blasmusikern weiter mit dem Klarinettensolo „Gesang der Lerche“ in einer konzertanten Fassung von Karel Bêlohoubek. Perfekt vorgetragen wurde dieser gefällige Titel von Frank Kratochvill (Es-Klarinette) und Hubert Klug (B-Klarinette). Der durch Ernst Mosch bekannt gewordene Walzer „Böhmisches Gold“ verlangte nochmals viel von den Flügelhornisten ab, da er im Detail einige sehr heikle Stellen beinhaltet.
Der Registerwechsel zu den Trompeten wurde beim nächsten Solostück „Grüner Pfeffer“ von Franz Gerstbrein vollzogen. So konnte jetzt Edgar Ruppert, Florian Schnappauf, Lukas Eschrich, Christine Gerber und Maximilian Klug zeigen, was in ihren Instrumenten steckt.
Im letzten Block der Sängerrunde machten diese einen gesanglichen Schwenk in Richtung „Fränkisch“ so erklangen die urigen Stücke wie „Die Schimpfwörter“, „Das Reichenbacher Heimatlied“ und die „Kroahkunnel“. Passend dazu sorgte der Bergarbeiter- Unterstützungsverein Reichenbach für die Bewirtung im fränkischen Stiel. So wurden Weißwürste, Laugenbrezen, Wurstsalat und Schinkenstangen angeboten. Ebenso wurde drei verschiedene Starkbierspezialitäten ausgeschenkt. Genuss für Auge, Ohr und Gaumen. Vorsitzende Diana Heinz hatte ein eifriges Team zusammengestellt um die Gäste adäquat zu bewirten. So wurde auch auf die Saaldekoration sehr viel Wert gelegt und Kerzen an den Tischen entzündet.
Nach den konzertanteren ersten Teil folge Schlagermusik von Udo Jürgens zusammengestellt in einen Medley von Kurt Gäble. Dabei erklangen Lieder wie 17 Jahr, blondes Haar, Merci Cherie, der Griechische Wein und das Ehrenwerte Haus. Mit diesen Liederreigen grüßte Dirigent Klaus Schnappauf die anwesenden Musikvereine und besonders den MV Neukenroth.
Als Showstück folgte von Wolfgang Ambros der Titel „Schifoan“. Während Axel Licht noch davon sang, wie cool es ist, die Piste herunter zu sausen, kam Kulturattaché Reinhard Hertel als Skifahrer verkleidet mit alten Holzskiern und suchte die Schneepiste. Unerwartet wurden von den Musikern Schneebälle ins Publikum geworfen um eine Schneeballschlacht zu simulieren. Begeistert warfen auch die Gäste die Schneebälle (aus Styropor gefertigt) immer wieder durch die Halle.
Den klangvollen Wechsel zum Sambarhythmus vollzogen, die mit Blumenketten gestylten, Musiker bei der Melodie Trinidad von Josef Basting. Dabei konnte man Ronald und Axel Licht als Rhythmusgruppe an Schlagzeug und Bongos mit einen eindrucksvollen Solo bewundern werden. Den Schwenk zur Böhmischen Blasmusik machte der musikalische Leiter mit dem neuen Titel „Polka mit Herz“, welcher als heimlicher Nachfolgetitel des Böhmischen Traum`s gilt. Bei dieser bewegenden Polka zeigten Daniel und Dominik Grüdl ihr Können an Bariton und Tenorhorn.
Als weiteres blasmusikalisches Highlight folgte die bekannte „Amboss- Polka“. Dabei durfte der jüngste Musiker Maximilian Klug mit 11 Jahren die Hämmer im Takt auf den Amboss klopfen. Ausgestattet mit Lederschürze und echten 100 Kilo Amboß wollte man das Stück beginnen, aber schon in den ersten Takten sind beide Hämmer abgebrochen, so das der Jungmusiker nochmals neue Hämmer besorgen musste um die Polka stielecht darzubringen. Um aufzuzeigen das dieses Rhythmische Klopfen gar nicht so leicht ist, holte Dirigent Klaus Schnappauf drei Personen aus dem Publikum und lies diese mit Maximilian Klug nochmals im Rhythmus spielen.
Als weiteren typischen Blasmusiktitel trug die Kapelle im Anschluss die „Polka Nr. 37“ vor.
Als weiteren Glanzpunkt des Kulturabends und sicherlich, so einmalig im Landkreis, wurden die Original Reichenbacher Musikanten nacheinander von fünf anwesenden Dirigenten dirigiert. Als erster Gastdirigent dirigierte Roman Steiger vom MV Neukenroth „Auf die Vogelwiese“, es folgte Dirigent Adalbert (Ali) Greiner vom MV Tschirn mit „Die Gartenpolka“, daraufhin spielten die Musiker „Die Kuschelpolka“ dirigiert von Florian Unkauf, Dirigent vom MV Zeyern und abschließend betrat Dirigent Daniel Langer vom MV Pressig die Bühne um „Die Amselpolka“ zum besten zu geben. Selbst das Publikum war angetan von der Verschiedenartigkeit des Dirigates. Aber auch die Musiker auf der Bühne mussten sich anstrengen um dieser Aufgabe gerecht zu werden.
Wie schon in den vergangen Jahren konnten die Gäste per Stimmzettel ihren Lieblingstitel des Abends selbst auswählen und so folgte nach der Auszählung durch den Bergarbeiterverein die „Blasmusikhitparade“. Mit dabei waren Titel wie Drob`n auf`n Berg, Hey Jude, The Lion sleeps Tonight oder auch Gruß an Böhmen. Bei der Polka „Wir Musikanten“ konnte man im Publikum sichtlich die Freude der anwesenden Musiker und Musikerinnen spüren. Auf Platz drei schaffte es der Vogelbeerbaum von den Dorfrockern, den Klaus Schnappauf extra für die Reichenbacher arrangiert hat. Platz zwei belegte „Die Südböhmische Polka“ und auf Platz eins schaffte es „Ein Stern, der deinen Namen trägt“.
Natürlich war auch nach der Hitparade und Preisverleihung lange noch nicht Schluss, da die Gäste einen Titel nach den anderen einforderten und so wurde noch lange in die Nacht hinein gespielt. Abschließend bedankte sich der Organisator Reinhard Hertel noch einmal bei allen Gästen und aktiven auf der Bühne und gab den 16.04.2011 als Termin für den 12. Kulturabend bekannt und lud dazu schon heute recht herzlich ein.